Pflichtversicherung der Rentner: Kindererziehungszeiten werden angerechnet

Ab dem 1. August 2017 gelten neue Bedingungen für die Vorversicherungszeit in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Für jedes Kind werden jetzt drei Jahre angerechnet. Dadurch erfüllen bislang freiwillig oder privat krankenversicherte Rentner nun womöglich die Voraussetzungen für die meist preisgünstigere Pflichtversicherung der Rentner.

Voraussetzungen überprüfen

Die Neuregelung ist auf Fälle zurückzuführen, in denen Rentenantragsteller nicht die Vorversicherungszeit für die KVdR erfüllten, weil sie in der Zeit der Kinderbetreuung privat krankenversichert waren und somit keinen Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung hatten. Das neue Gesetz soll eine Gleichstellung gegenüber gesetzlich Krankenversicherten bewirken. Versicherte, die bisher die Vorversicherungszeit als Voraussetzung für die KVdR nicht erfüllt haben, sollten dies neu prüfen lassen. Durch die Gesetzesänderung gelten nun pauschal pro Kind drei Jahre als Vorversicherungszeit. Die Anrechnung erfolgt für:

  • leibliche Kinder
  • Stiefkinder
  • Pflegekinder
  • Adoptivkinder

Enkelkinder berücksichtigt die Regelung hingegen nicht. Bei leiblichen Kindern können sich beide Elternteile diese Zeit als Vorversicherungszeit anrechnen lassen, um die Vorversicherungszeit für die KVdR zu erfüllen. Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder werden in der Anrechnung sowohl bei ihren Stief-, Adoptiv- oder Pflegeeltern als auch bei ihren leiblichen Eltern berücksichtigt.

Gesetzesänderung gilt auch für Bestandsfälle

Eine Übergangs- oder Stichtagsregelung ist nicht vorgesehen. Das heißt, auch wenn Sie Ihren Rentenantrag bereits vor dem 1. August 2017 gestellt haben, profitieren Sie unter Umständen von der Änderung. Ihre AOK prüft gern, ob Sie als freiwillig oder privat versicherter Rentner jetzt Zugang zur KVdR haben.

Wer Zugang zur KVdR hat

In die Krankenversicherung der Rentner darf grundsätzlich, wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert war. Bei der Berechnung der Vorversicherungszeit beginnt die Zeit des Erwerbslebens mit der ersten Erwerbstätigkeit – einschließlich Ausbildung und Selbstständigkeit – und geht bis zur Antragsstellung auf eine gesetzliche Rente. Nach dem neuen Gesetz dürfen Eltern nun pro Kind drei Jahre zur Vorversicherungszeit dazurechnen.

Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung

Unabhängig von den veränderten Regeln zu den Vorversicherungszeiten gelten auch weiter die bestehenden Vorschriften für einen Wechsel von der privaten Krankenversicherung zur gesetzlichen. Demnach sind von der KVdR zum Beispiel alle Pflichtversicherte ausgeschlossen, die 55 Jahre alt oder älter sind und

  • in den vergangenen fünf Jahren vor Eintreten der Versicherungspflicht nicht gesetzlich krankenversichert waren und
  • mindestens die Hälfte dieser fünf Jahre versicherungsfrei, von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit oder hauptberuflich selbstständig waren.

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