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Kostenerstattung

Versicherte können anstelle der gewohnten Abrechnung von medizinischen Leistungen über ihre AOK-Versichertenkarte die Kostenerstattung wählen. Der behandelnde Arzt oder andere Leistungserbringer stellen Ihnen dann – wie bei Privatpatienten – Rechnungen aus. Sie können Privatsprechstunden wahrnehmen. Im Vergleich zur Abrechnung per Versichertenkarte ergeben sich bei der Kostenerstattung organisatorische und finanzielle Nachteile. Die Entscheidung will daher gut überlegt sein.

Kostenerstattung: Abrechnen ohne Versichertenkarte

Als AOK-Versicherter erhalten Sie über Ihre elektronische Gesundheitskarte medizinisch notwendige Leistungen unkompliziert und grundsätzlich kostenfrei. Alles Weitere regelt die AOK direkt mit den Leistungserbringern, beispielsweise den Ärzten oder Krankenhäusern. Eine Alternative dazu ist die Kostenerstattung. Dabei lassen Sie sich vom Leistungserbringer ein Angebot machen. Sie schließen mit dem Arzt oder dem Krankenhaus einen privaten Behandlungsvertrag und erhalten nach der Behandlung oder am Ende eines Quartals eine Rechnung, die Sie selbst zahlen müssen. Die AOK erstattet die Kassensätze abzüglich der üblichen gesetzlichen Zuzahlung und eines Abschlags für Verwaltungskosten. Sie können unter Berücksichtigung der Mindestbindungsdauer von einem Quartal Leistungsbereiche ab- oder hinzuwählen. Sie entscheiden sich entweder für alle Leistungen oder für einzelne Bereiche wie zahnärztliche Versorgung, ärztliche Behandlung, den stationären Bereich oder verordnete Hilfsmittel. Haben Sie mit einem Arzt für den Bereich der ärztlichen Versorgung vereinbart, dass Sie auf Rechnungsbasis behandelt werden, gilt diese Vereinbarung auch für alle ärztlichen Leistungen bei anderen Ärzten.

Informieren Sie Ihre AOK

Informieren Sie die AOK vor Beginn der Behandlung schriftlich über Ihre Entscheidung. Die Teilnahme am Kostenerstattungsverfahren beginnt grundsätzlich mit dem folgenden Kalendervierteljahr, in dem die Wahlerklärung bei der AOK eintrifft. Für die Kostenerstattung gilt eine Mindestbindungsdauer von einem Quartal. Zu dessen Ende können Sie durch schriftliche Kündigung die Kostenerstattung beenden. Ihre AOK-Versichertenkarte dürfen Sie für den Bereich, für den Sie eine Kostenerstattung wünschen, nicht mehr einsetzen. Sie dient in diesem Fall ausschließlich als Nachweis, dass Sie AOK-Versicherter sind. Wir empfehlen Ihnen auf jeden Fall ein persönliches Gespräch mit Ihrem AOK-Kundenberater, bevor Sie Ihre Wahl für die Kostenerstattung treffen.

Vor- und Nachteile der Kostenerstattung

Vorteil der Kostenerstattung: Sie werden beim Arzt wie ein Privatpatient behandelt. Sie können private Sprechstunden vereinbaren. Dem stehen finanzielle Risiken und Mehrkosten für Sie gegenüber. Die AOK darf maximal die Kosten erstatten, die bei einer Behandlung über die AOK-Versichertenkarte entstanden wären. Wenn Sie die Kostenerstattung gewählt haben, können Leistungserbringer im Rahmen der privatärztlichen Behandlung höhere Sätze in Rechnung stellen. Die Differenz müssen Sie selbst tragen. Die gesetzlich festgelegten Zuzahlungen sind außerdem weiterhin zu leisten. Weitere Voraussetzung für eine Kostenerstattung ist, dass der Arzt eine Kassenzulassung hat.

Nicht zuletzt verursacht die Kostenerstattung einen Verwaltungsaufwand. Er kann bis zu fünf Prozent des Erstattungsbetrags ausmachen – mindestens fünf Euro pro Leistungsantrag. Der Verwaltungsaufwand wird von Ihrem Erstattungsbetrag abgezogen.

Statt Kostenerstattung besser Zusatzversicherungen wählen

Wenn Sie die Vorzüge einer privaten Versicherung ohne finanzielles Risiko genießen möchten, können Sie das als AOK-Versicherter über eine Zusatzversicherung erreichen. Die AOK arbeitet mit privaten Krankenversicherungen zusammen, um Ihnen besonders günstige Zusatzangebote zu machen. Sie können Ihre Absicherung mit ambulanten Zusatztarifen für die Bereiche Brillen, alternative Heilmethoden, private Leistungen sowie Auslandsreisen ergänzen. Auch stationäre Zusatztarife für Wahlarztbehandlung und Ein-/Zweibettzimmer sind möglich. Krankenhaustagegeld-, Krankentagegeld- und Pflegetagegeldversicherungen sind weitere attraktive Optionen einer privaten Zusatzversicherung.

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