Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie eine Person bestimmen, die für Sie stellvertretend handelt, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, über Ihre Angelegenheiten selbstständig zu entscheiden.

Vorsorgevollmacht – was ist das?

Sie können festlegen, ob Ihre Vertrauensperson nur für einzelne Angelegenheiten wie Gesundheit und Pflegebedürftigkeit, für Wohnungsangelegenheiten oder für Vermögensgeschäfte eine Vollmacht erhält oder ob die Vorsorgevollmacht alle Angelegenheiten beinhaltet. Aufgrund der weitreichenden Bedeutung sollten Sie nur eine Person bevollmächtigen, der Sie uneingeschränkt vertrauen und von der Sie überzeugt sind, dass sie in Ihrem Sinne handelt.

Mit der Vorsorgevollmacht kann die Anordnung einer Betreuung durch das Betreuungsgericht vermieden werden.

Das regelt die Vorsorgevollmacht

In der Vorsorgevollmacht können Sie folgende Angaben festlegen:

  • Bevollmächtigte Person mit Angaben des Namens, der Anschrift, des Geburtsdatums sowie der Kontaktmöglichkeiten.
  • Angelegenheiten, die der Bevollmächtigte übernehmen soll. Dazu zählen unter anderem:

    • Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit
    • Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten
    • Behörden
    • Vermögenssorge
    • Post und Fernmeldeverkehr
    • Vertretung vor Gericht
    • Untervollmachten
    • Betreuungsverfügung

  • Geltung der Vollmacht über den Tod hinaus.
  • Weitere individuelle, persönliche Angaben und Wünsche, die berücksichtigt werden sollen.

Sie können festlegen, dass von der Vorsorgevollmacht erst Gebrauch gemacht werden darf, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, über Ihre Angelegenheiten zu entscheiden. Jedem steht frei, wie viele Personen er bevollmächtigen möchte. So ist es zum Beispiel möglich, für verschiedene Aufgabengebiete jeweils eine andere Person zu bevollmächtigten. In so einem Fall werden mehrere Vollmachten ausgestellt.

Was passiert ohne Vorsorgevollmacht?

Wenn Sie keine Vorsorgevollmacht erteilt haben und Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr regeln können, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer für Sie. Er übernimmt dann unter Aufsicht des Gerichts bestimmte festgelegte Aufgaben für Sie.

Was ist bei einer Vorsorgevollmacht zu beachten?

Für die Erstellung einer Vorsorgevollmacht stellt das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz ein Formular zur Verfügung. Um Zweifel an der Echtheit und Wirksamkeit der Vollmacht vorzubeugen, empfiehlt das Bundesministerium, die Vollmacht notariell beurkunden zu lassen. Dazu ist auch die Betreuungsbehörde befugt. Mit einer Beglaubigung der Unterschrift wird deren Echtheit bestätigt. Weiterhin kann die Vorsorgevollmacht im zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer gegen eine Gebühr registriert werden.

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